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Elterngeld Plus: Wie du länger zu Hause bleibst und trotzdem arbeitest

Autor

Andreas

Veröffentlicht

23.06.2026

Elterngeld Plus: Wie du länger zu Hause bleibst und trotzdem arbeitest

Du sitzt mit dem Elterngeldantrag am Küchentisch, dein Baby schläft endlich, und in den Formularen taucht ständig dieses Wort auf: Elterngeld Plus. Basiselterngeld klingt vertraut, aber das Plus? Du fragst dich, ob du damit mehr Geld bekommst oder am Ende weniger, und ob es sich überhaupt für eure Situation lohnt.

Die kurze Wahrheit vorweg: Mit dem Plus bekommst du pro Monat nicht mehr, sondern eher weniger Geld auf einmal. Du streckst die Auszahlung dafür über einen viel längeren Zeitraum. Genau das ist der Trick, und genau deshalb passt es für manche Familien perfekt und für andere gar nicht.

In diesem Ratgeber gehen wir gemeinsam durch, wie Elterngeld Plus funktioniert, wie hoch es ausfällt, wann es sich gegenüber dem Basiselterngeld lohnt und wie du beides clever kombinierst. Du musst dafür kein Steuerprofi sein. Am Ende weißt du, welche Variante zu eurem Alltag passt.

Kurz gesagt: Elterngeld Plus ist eine Variante des Elterngelds, die monatlich höchstens halb so viel zahlt wie das Basiselterngeld, dafür aber doppelt so lange läuft. Aus einem Monat Basiselterngeld werden zwei Monate Elterngeld Plus. Es lohnt sich vor allem, wenn du nebenbei in Teilzeit arbeiten möchtest, denn dein Hinzuverdienst wird milder angerechnet.

Das Wichtigste in Kürze

Was Elterngeld Plus überhaupt ist

Elterngeld Plus ist eine von drei Spielarten des Elterngelds, neben dem Basiselterngeld und dem Partnerschaftsbonus. Der Grundgedanke ist einfach: Du nimmst dein Basiselterngeld und teilst es auf doppelt so viele Monate auf. Aus einem Monat Basiselterngeld werden zwei Monate Elterngeld Plus. Pro Monat bekommst du dann höchstens die Hälfte, dafür eben doppelt so lange.

Das Familienportal des Bundes formuliert es so: Wer Elterngeld Plus bezieht, erhält monatlich höchstens halb so viel wie beim Basiselterngeld, dafür über den doppelten Zeitraum. Eingeführt wurde diese Variante, damit Eltern früher wieder in Teilzeit einsteigen können, ohne dass ihr Elterngeld dadurch sofort dahinschmilzt.

Wichtig zu verstehen: Elterngeld Plus ist keine Extra-Leistung obendrauf. Es ist dasselbe Budget, nur anders verteilt. Auch wenn das Wort Plus nach mehr Geld klingt, geht es hier nicht um zusätzliches Geld, sondern darum, wann es bei dir ankommt. Du verteilst denselben Topf auf eine längere Zeit.

ElterngeldPlus (1)

Wie viel Geld du beim Elterngeld Plus bekommst

Die Höhe richtet sich nach deinem Einkommen vor der Geburt, genau wie beim Basiselterngeld. Als Faustregel ersetzt das Elterngeld rund 65 Prozent deines vorherigen Nettoeinkommens. Bei einem Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.240 Euro sind es 67 Prozent, und wer vorher unter 1.000 Euro netto verdient hat, bekommt einen noch größeren Anteil ersetzt, gestaffelt bis zu 100 Prozent. So bleibt Familien mit kleinerem Einkommen mehr von ihrem Lohn erhalten.

Beim Basiselterngeld liegt der Betrag zwischen 300 und 1.800 Euro im Monat. Beim Elterngeld Plus halbieren sich diese Eckwerte: Du bekommst mindestens 150 und höchstens 900 Euro pro Monat. Genauer gesagt deckelt die Elterngeldstelle das Plus auf die Hälfte des Betrags, der dir als Basiselterngeld ohne Teilzeiteinkommen zustünde. Das nennt sich Deckelungsbetrag.

Klingt nach weniger, ist über die ganze Bezugszeit gerechnet aber oft genauso viel. Wenn dir ohne Teilzeit zum Beispiel 1.000 Euro Basiselterngeld zustehen, bekommst du daraus zwei Monate Elterngeld Plus zu je 500 Euro. Unterm Strich also dieselbe Summe, nur gestreckt.

MerkmalBasiselterngeldElterngeld Plus
Monatsbetrag300 bis 1.800 Euro150 bis 900 Euro
Bezugsdauerbis zu 14 Monatedoppelt so lang (1 Monat wird zu 2)
Gedacht fürAuszeit ohne oder mit wenig Arbeitfrühen Teilzeit-Wiedereinstieg
Anrechnung Teilzeitkürzt stark ab dem ersten Euromilder, Plus bleibt eher erhalten
ElterngeldPlus (2)

Wann sich Elterngeld Plus für dich lohnt

Der größte Vorteil zeigt sich, sobald du wieder arbeitest. Beim Basiselterngeld wird ein Teilzeiteinkommen ab dem ersten Euro angerechnet, dein Elterngeld sinkt also spürbar. Beim Elterngeld Plus fällt diese Kürzung deutlich milder aus, weil der Betrag ohnehin niedriger angesetzt ist. Heißt für dich: Mit Teilzeit fährst du beim Plus oft besser, weil dein Elterngeld weitgehend erhalten bleibt.

Elterngeld Plus passt also gut zu dir, wenn du früh wieder ein paar Stunden arbeiten willst oder musst, wenn du die Auszeit lieber über einen längeren Zeitraum strecken möchtest oder wenn ihr euch die Betreuung partnerschaftlich teilt. Wenn du dagegen in den ersten Monaten gar nicht arbeiten und das volle Geld auf einmal haben willst, ist das Basiselterngeld meist die bessere Wahl.

Du musst dich übrigens nicht für nur eine Variante entscheiden. Viele Familien kombinieren beides: erst ein paar Monate Basiselterngeld in der intensiven Anfangszeit, danach Elterngeld Plus für die längere, ruhigere Phase mit Teilzeit. Diese Mischung ist ausdrücklich vorgesehen.

Der Partnerschaftsbonus: vier Extra-Monate für euch beide

Wenn ihr euch Job und Familie zu zweit teilt, gibt es eine Belohnung obendrauf. Der Partnerschaftsbonus bringt jedem Elternteil 2, 3 oder 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus. Die Bedingung: Ihr arbeitet in dieser Zeit beide mindestens 24 und höchstens 32 Stunden pro Woche, und zwar gleichzeitig.

Entscheidend ist der Monatsdurchschnitt, nicht jede einzelne Woche. Wenn deine Stunden also mal schwanken, ist das kein Problem, solange der Schnitt stimmt. Die Bonusmonate müssen direkt aufeinanderfolgen, und beide nutzen sie parallel. Pro Monat liegt der Bonus wie beim Elterngeld Plus zwischen 150 und 900 Euro.

Und falls du alleinerziehend bist: Der Partnerschaftsbonus gilt auch für dich. Du kannst ihn allein nutzen, wenn du selbst die 24 bis 32 Stunden pro Woche arbeitest. Niemand fällt hier durchs Raster, nur weil kein zweiter Elternteil mit im Boot ist.

So kombinierst du Basis und Plus geschickt

Ein Punkt, der vielen Eltern erst spät auffällt: Das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung wird automatisch wie Basiselterngeld gewertet. Diese ersten Wochen nach der Geburt verbrauchen also schon Basismonate, die du dann nicht mehr in Elterngeld Plus umwandeln kannst. Plane das von Anfang an mit ein, damit dir später keine Monate fehlen.

Auch beim gleichzeitigen Bezug hat sich etwas geändert. Für Geburten ab dem 1. April 2024 dürfen beide Eltern in den ersten zwölf Lebensmonaten nur noch maximal einen Monat parallel Basiselterngeld beziehen. Ausnahmen gelten für Frühchen, Mehrlinge und Kinder mit Behinderung. Elterngeld Plus dürft ihr dagegen weiterhin länger gemeinsam nutzen.

Ein typischer Fahrplan sieht so aus: Mutterschutz und die ersten Monate laufen als Basiselterngeld, danach steigt ein Elternteil mit Elterngeld Plus in Teilzeit wieder ein, und zum Schluss schöpft ihr gemeinsam den Partnerschaftsbonus aus. So holt ihr aus demselben Budget die meiste Zeit mit eurem Kind heraus.

Voraussetzungen und Einkommensgrenze 2026

Die Grundvoraussetzungen für Elterngeld Plus sind dieselben wie beim Basiselterngeld: Du betreust und erziehst dein Kind selbst, lebst mit ihm in einem Haushalt, arbeitest nicht mehr als 32 Stunden pro Woche und hast deinen Wohnsitz in Deutschland. Auch Adoptiv- und in bestimmten Fällen Stiefeltern können Elterngeld beziehen.

Seit einigen Jahren gibt es eine Einkommensgrenze. Für Geburten ab dem 1. April 2025 entfällt der Anspruch, wenn euer gemeinsames zu versteuerndes Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt über 175.000 Euro liegt. Bei Alleinerziehenden zählt nur das eigene Einkommen, ebenfalls mit der Grenze von 175.000 Euro (Stand: Juni 2026).

Maßgeblich ist nicht dein Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen, das dein Finanzamt im Steuerbescheid ausweist. Es liegt durch Abzüge meist deutlich unter dem Brutto. Wenn du unsicher bist, ob ihr über oder unter der Grenze liegt, hilft ein Blick in den letzten Steuerbescheid weiter.

Wann du dir Rat holen solltest

Elterngeld Plus ist flexibel, aber die Kombination aus Mutterschaftsgeld, Teilzeit und Partnerschaftsbonus kann schnell unübersichtlich werden. In diesen Fällen lohnt sich professionelle Beratung, bevor du den Antrag abschickst.

Die richtige Adresse ist deine zuständige Elterngeldstelle, die du über das Familienportal des Bundes findest. Auch ElterngeldDigital und der offizielle Elterngeldrechner helfen kostenlos weiter. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen zu ElterngeldPlus

Basiselterngeld zahlt dir pro Monat den vollen Betrag von 300 bis 1.800 Euro, läuft aber höchstens 14 Monate. Elterngeld Plus halbiert den Monatsbetrag auf maximal 900 Euro, läuft dafür doppelt so lange. Aus einem Monat Basiselterngeld werden zwei Monate Plus. Über die gesamte Bezugszeit gerechnet bekommst du oft dieselbe Summe, nur anders verteilt. Plus lohnt sich besonders, wenn du nebenbei in Teilzeit arbeitest.

Da ein Monat Basiselterngeld in zwei Monate Elterngeld Plus umgewandelt wird, kannst du es über einen doppelt so langen Zeitraum beziehen. Wer alle Basismonate umwandelt, kommt rechnerisch auf bis zu 24 Monate, mit dem Partnerschaftsbonus sogar noch länger. Die Bezugsmonate musst du nicht am Stück nehmen, du kannst sie über die ersten Lebensjahre deines Kindes flexibel verteilen, solange die Regeln zu den Lebensmonaten eingehalten werden.

Ja, genau dafür ist es gemacht. Du darfst bis zu 32 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten. Der große Vorteil gegenüber dem Basiselterngeld: Dein Hinzuverdienst wird milder angerechnet, dein Elterngeld bleibt also weitgehend erhalten. Beim Basiselterngeld dagegen kürzt jeder verdiente Euro deine Zahlung spürbar. Wenn ein früher Teilzeit-Wiedereinstieg für euch passt, ist Elterngeld Plus meist die finanziell klügere Wahl.

Den Partnerschaftsbonus bekommt ihr, wenn beide Elternteile gleichzeitig zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche arbeiten. Dafür gibt es jeweils 2, 3 oder 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus zwischen 150 und 900 Euro. Entscheidend ist der Monatsdurchschnitt der Arbeitszeit. Auch Alleinerziehende können den Bonus allein nutzen, wenn sie selbst die Stundenvorgabe erfüllen. Die Bonusmonate müssen direkt aufeinanderfolgen und parallel genommen werden.

Monate, in denen du Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung beziehst, werden automatisch als Basiselterngeld gewertet. Diese Wochen verbrauchen also Basismonate, die du danach nicht mehr in Elterngeld Plus umwandeln kannst. Da Mutterschaftsgeld oft höher liegt als das Elterngeld, ist das finanziell meist kein Nachteil. Plane aber von Anfang an mit ein, dass dir entsprechend weniger Basismonate für die spätere Umwandlung übrig bleiben.

Ja. Für Geburten ab dem 1. April 2025 entfällt der Anspruch, wenn das gemeinsame zu versteuernde Einkommen im Jahr vor der Geburt über 175.000 Euro liegt. Bei Alleinerziehenden zählt nur das eigene Einkommen, ebenfalls mit dieser Grenze. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid, nicht das Bruttogehalt. Es liegt durch Abzüge meist deutlich darunter (Stand: Juni 2026).

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Quellen

Alle Beträge und Regelungen geben die offiziellen Vorgaben für Geburten ab dem 1. April 2025 wieder. Stand: Juni 2026.