Es ist Sonntagabend, das Kind schläft endlich, und du sitzt mit dem Laptop am Küchentisch. Irgendwo zwischen Kindergeld, Geldgeschenken von Oma und dem leisen Wunsch, deinem Kind später einen guten Start zu schenken, taucht diese eine Frage auf: Wie lege ich das Geld eigentlich sinnvoll an? Du hörst von Kinderdepots, von ETFs, von Steuervorteilen, und plötzlich wirkt alles ein bisschen größer, als es sein müsste.
Atme einmal durch. Ein Kinderdepot klingt nach Finanzwelt und Fachbegriffen, im Kern ist es aber etwas ziemlich Bodenständiges: ein Depot auf den Namen deines Kindes, in das du regelmäßig einen kleinen Betrag einzahlst. Schwierig ist nicht das Prinzip, sondern die Auswahl unter vielen Anbietern und die Frage, worauf es wirklich ankommt.
Genau dabei wollen wir dir helfen. Wir schauen uns gemeinsam an, was ein Kinderdepot ausmacht, welche Anbieter im Vergleich vorne liegen, welche Steuervorteile dein Kind hat und welche Stolperfallen du kennen solltest. Ganz ohne Druck und ohne das Gefühl, dass du längst zu spät dran bist. Bist du es nicht.
Kurz gesagt: Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen deines Kindes, in dem du meist per ETF-Sparplan langfristig Vermögen aufbaust. Im Vergleich überzeugen kostenlose Depots mit gebührenfreien Sparplänen ab einem Euro Sparrate. Das Geld gehört rechtlich dem Kind und geht mit 18 in dessen Hände über.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes. Du verwaltest es nur bis zur Volljährigkeit, danach entscheidet dein Kind allein.
- Gute Depots kosten keine Depotgebühr und bieten gebührenfreie ETF-Sparpläne ab einer Sparrate von einem Euro.
- Über den Namen des Kindes nutzt du dessen eigene Steuerfreibeträge, vor allem den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr.
- Ein breit gestreuter Aktien-ETF auf einen Weltindex ist die von Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfohlene Basis.
- Achte auf die Einkommensgrenze der beitragsfreien Familienversicherung (Stand Juni 2026: 565 Euro im Monat), da Kapitalerträge mitzählen.
- Schon 50 Euro im Monat können über 18 Jahre zu einer fünfstelligen Summe heranwachsen.
Was ein Kinderdepot überhaupt ist
Ein Kinderdepot, oft auch Juniordepot genannt, ist ein ganz normales Wertpapierdepot, das auf den Namen deines Kindes eröffnet wird. Du als Mama oder Papa verwaltest es treuhänderisch, bis dein Kind volljährig ist. Anlegen kannst du darin alles, was auch in ein Erwachsenendepot passt, am häufigsten breit gestreute ETFs.
Der entscheidende Punkt: Das Geld gehört rechtlich deinem Kind, nicht dir. Die Verbraucherzentrale formuliert es klar. Ist ein Depot auf den Namen des Kindes angelegt, gehört es ausschließlich dem Kind, und du verwaltest es nur bis zur Volljährigkeit. Mit dem 18. Geburtstag geht das Depot automatisch in die alleinige Verfügungsgewalt deines Kindes über.
Auf das zugehörige Verrechnungskonto können auch Großeltern, Paten oder andere Verwandte Geldgeschenke überweisen. So landet das Geschenk zum Geburtstag nicht in der Spardose, sondern arbeitet langfristig mit. Genau dieser lange Zeithorizont ist der größte Vorteil, den ein Kind beim Anlegen hat.

Diese Anbieter überzeugen im Vergleich
Die gute Nachricht zuerst: Ein passendes Kinderdepot kostet dich heute in der Regel keine Depotgebühr, und auch der ETF-Sparplan ist bei vielen Anbietern kostenlos. Finanztip nennt gleich mehrere Anbieter, die ein Kinderdepot ohne laufende Kosten ermöglichen, darunter Scalable Capital, Trade Republic, ING, Consorsbank und Finanzen.net Zero.
Die Unterschiede liegen im Detail. Bei einigen Anbietern müssen beide Elternteile selbst Kunde sein, um ein Kinderdepot zu eröffnen, bei anderen reicht ein Elternteil. Auch die Mindestsparrate und die Auswahl an sparplanfähigen ETFs schwanken. Schau dir die folgende Übersicht in Ruhe an und prüfe, was zu eurer Familie passt.
Wichtig: Diese Tabelle ist eine Momentaufnahme nach öffentlich verfügbaren Vergleichen. Konditionen ändern sich, deshalb lohnt vor der Eröffnung immer ein Blick auf die aktuelle Preisliste des Anbieters und auf unabhängige Vergleiche wie die von Finanztip oder Stiftung Warentest.
Wenn du dir einen etablierten Anbieter mit langer Erfahrung im Kinderdepot wünschst, ist das comdirect Junior-Depot einen näheren Blick wert. comdirect führt ausdrücklich ein eigenes Depot für Kinder und Enkel, in dem du langfristig mit Wertpapieren wie ETFs sparen kannst, ab einer Sparrate von einem Euro. Du eröffnest es als Elternteil auf den Namen deines Kindes und verwaltest es bis zur Volljährigkeit, genau wie oben beschrieben. Welche Gebühren, Sparplan-Konditionen und Eröffnungsprämien aktuell gelten, schaust du am besten direkt auf der comdirect-Seite nach, denn solche Konditionen ändern sich von Zeit zu Zeit. (*Zu Depotführung und möglichen Bedingungen gilt die jeweils aktuelle Preisliste des Anbieters.) Ob comdirect oder einer der anderen Anbieter passt, entscheidest du in Ruhe nach deinen eigenen Kriterien. Einen Account-Zwang oder Eile gibt es nicht.
| Anbieter | Depotgebühr | Mindestsparrate | ETF-Sparplan | Beide Eltern nötig |
|---|---|---|---|---|
| Scalable Capital | 0 Euro | ab 1 Euro | kostenlos | ja |
| Trade Republic | 0 Euro | ab 1 Euro | kostenlos | ja |
| ING | 0 Euro | ab 1 Euro | kostenlos | nein |
| Consorsbank | 0 Euro | ab 10 Euro | kostenlos | nein |
| Finanzen.net Zero | 0 Euro | ab 1 Euro | kostenlos | ja |
| comdirect | 0 Euro* | ab 1 Euro | Sparpläne ab 1 Euro | nein |
Worauf du beim Vergleich wirklich achten solltest
Kostenlos ist schön, aber nicht alles. Beim Vergleich zählt für dich vor allem, ob der Depotbetrieb und der Sparplan dauerhaft gebührenfrei sind, denn schon kleine laufende Kosten knabbern über 18 Jahre spürbar an der Rendite. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Kosten für einen monatlichen ETF-Sparplan je nach Anbieter stark schwanken können.
Zweitens lohnt der Blick auf die Auswahl an sparplanfähigen ETFs. Du brauchst keine riesige Liste, aber die gängigen Welt-ETFs sollten dabei sein. Auch eine niedrige Mindestsparrate ist praktisch, wenn du mit kleinen Beträgen starten oder das Geld aufteilen möchtest.
Drittens: Bequemlichkeit. Wenn du selbst schon ein Depot bei einem Anbieter hast, ist die Eröffnung des Kinderdepots dort oft unkomplizierter. Und denk an die Formalitäten. Für ein Depot auf Kindesnamen brauchst du in der Regel die Geburtsurkunde, die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes und die Zustimmung beider Sorgeberechtigter.

Die Steuervorteile deines Kindes clever nutzen
Hier liegt einer der größten Pluspunkte des Kinderdepots. Weil das Depot auf den Namen deines Kindes läuft, nutzt du dessen eigene Steuerfreibeträge. Jedes Kind hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Grenze bleiben Kapitalerträge wie Dividenden und Kursgewinne steuerfrei, sofern du bei der Depotbank einen Freistellungsauftrag stellst.
Darüber hinaus hat dein Kind, solange es kein nennenswertes eigenes Einkommen hat, auch den Grundfreibetrag. Laut Finanztip liegt dieser 2026 bei 12.348 Euro. In Kombination mit dem Sparerpauschbetrag ergibt sich so ein hoher jährlicher Rahmen, in dem Kapitalerträge des Kindes steuerfrei bleiben können. Voraussetzung dafür ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung, die du beim Finanzamt beantragst und bei der Bank hinterlegst.
Wichtig zu wissen: Diese Vorteile gibt es nur, wenn das Depot tatsächlich auf das Kind läuft. Sparst du auf deinen eigenen Namen, etwa für Enkel oder Patenkinder, zählen die Erträge zu deinem Sparerpauschbetrag, und du versteuerst Gewinne selbst. Stand Juni 2026.
Stolperfallen, die viele Eltern übersehen
Der wohl wichtigste Punkt zuerst: Mit dem 18. Geburtstag gehört das Geld vollständig deinem Kind. Es kann frei darüber verfügen, auch wenn du dir eigentlich etwas anderes vorgestellt hast. Stiftung Warentest bringt es auf den Punkt. Sobald das Kind 18 wird, kann es mit dem Geld machen, was es will, und du hast dann keinen Zugriff mehr. Das ist kein Grund gegen ein Kinderdepot, sondern eine bewusste Entscheidung, die du kennen solltest.
Eine zweite Stolperfalle ist die beitragsfreie Familienversicherung. Kapitalerträge zählen zum Einkommen des Kindes. Bleibt das Gesamteinkommen über der Grenze, kann der beitragsfreie Status wackeln. Laut Finanztip liegt die Einkommensgrenze für die Familienversicherung Stand Juni 2026 bei 565 Euro im Monat, wobei der Sparerpauschbetrag berücksichtigt wird. Bei normalen Sparraten ist das selten ein Problem, bei größeren Vermögen lohnt der genaue Blick.
Und schließlich solltest du als Elternteil wissen: Du verwaltest das Vermögen treuhänderisch und darfst es nur zum Nutzen des Kindes einsetzen, nicht für eigene Ausgaben. Wer ganz große Beträge überträgt, sollte zudem die Schenkungsteuerfreibeträge im Blick behalten.
ETF-Sparplan als Herzstück des Kinderdepots
Wenn du dich fragst, was du im Kinderdepot besparen sollst, geben dir die unabhängigen Stellen eine erstaunlich klare Antwort. Die Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen breit gestreute Aktien-ETFs auf einen Weltindex, etwa den MSCI World oder den MSCI All Country World. Die Begründung: niedrige Kosten und sehr breite Risikostreuung.
Der lange Zeithorizont spielt dir dabei in die Hände. Stiftung Warentest rechnet in einem Beispiel vor, dass schon 25 Euro im Monat über 18 Jahre die Einzahlungen deutlich anwachsen lassen können. Auch mit 50 Euro im Monat kann über die volle Laufzeit bis zur Volljährigkeit eine fünfstellige Summe entstehen, je nach Marktentwicklung. Sichere Versprechen gibt es an der Börse nicht, Schwankungen gehören dazu.
Genau deshalb ist der lange Atem so wichtig. Die Verbraucherzentrale rät, einen Anlagehorizont von 15 Jahren oder länger einzuplanen, um zwischenzeitliche Kursrückgänge aussitzen zu können. Für Geld, das schon in wenigen Jahren gebraucht wird, sind Tagesgeld oder Festgeld die ruhigere Wahl.
Wann du dir Rat von außen holen solltest
Ein Kinderdepot mit einem einfachen Welt-ETF kannst du gut selbst aufsetzen. Es gibt aber Situationen, in denen ein Blick von außen sinnvoll ist, ohne dass du dich gleich überfordert fühlen musst.
- Wenn größere Beträge übertragen werden und Schenkungsteuer oder die Familienversicherung ein Thema werden könnten, hilft die Verbraucherzentrale weiter.
- Bei steuerlichen Fragen rund um Nichtveranlagungsbescheinigung und Freistellungsauftrag gibt das Finanzamt oder ein Lohnsteuerhilfeverein verlässliche Auskunft.
- Für eine unabhängige Einordnung von Anbietern und ETFs sind Finanztip und Stiftung Warentest gute erste Anlaufstellen.
- Wenn du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, bietet die Verbraucherzentrale eine kostengünstige, neutrale Finanzberatung an.
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung. Er gibt dir Orientierung, damit du die richtigen Fragen stellen kannst.
Häufige Fragen zu Kinderdepot im Vergleich
Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen deines Kindes, in dem du meist per ETF-Sparplan langfristig Vermögen aufbaust. Du verwaltest es treuhänderisch bis zur Volljährigkeit. Das eingezahlte Geld und die Erträge gehören rechtlich dem Kind. Mit dem 18. Geburtstag erhält dein Kind die volle Verfügungsgewalt über das Depot und entscheidet dann selbst über das Vermögen.
Ein pauschal bestes Depot gibt es nicht, das passende hängt von eurer Familie ab. Im Vergleich überzeugen Anbieter, die keine Depotgebühr verlangen und gebührenfreie ETF-Sparpläne ab einem Euro Sparrate anbieten. Finanztip nennt unter anderem Scalable Capital, Trade Republic, ING, Consorsbank und Finanzen.net Zero. Ein etablierter Anbieter mit eigenem Junior-Depot ist comdirect. Achte auf dauerhaft günstige Sparpläne und eine gute Auswahl an Welt-ETFs und prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter.
Weil das Depot dem Kind gehört, nutzt du dessen eigene Freibeträge. Jedes Kind hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr, bis zu dem Kapitalerträge mit Freistellungsauftrag steuerfrei bleiben. Hat das Kind kein weiteres Einkommen, kommt der Grundfreibetrag hinzu, 2026 sind das 12.348 Euro. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung bleibt so ein hoher jährlicher Rahmen steuerfrei. Stand Juni 2026.
Mit dem 18. Geburtstag geht das Depot automatisch in die alleinige Verfügungsgewalt deines Kindes über. Es kann dann frei über das gesamte Vermögen entscheiden, unabhängig davon, wofür du es ursprünglich gedacht hast. Deine Konto- und Depotvollmacht endet. Das ist gesetzlich so geregelt und ein wichtiger Punkt, den du vor der Eröffnung bewusst mitdenken solltest.
Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen breit gestreute Aktien-ETFs auf einen Weltindex wie den MSCI World oder den MSCI All Country World. Sie sind kostengünstig, transparent und streuen das Risiko über viele Länder und Branchen. Wichtig ist ein langer Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren, um Kursschwankungen aussitzen zu können und den Zinseszinseffekt voll zu nutzen.
Es kann, denn Kapitalerträge zählen zum Einkommen des Kindes für die beitragsfreie Familienversicherung. Laut Finanztip liegt die Einkommensgrenze Stand Juni 2026 bei 565 Euro im Monat, wobei der Sparerpauschbetrag berücksichtigt wird. Bei üblichen Sparraten ist das in der Regel kein Problem. Bei größeren Vermögen mit hohen Ausschüttungen solltest du die Grenze im Blick behalten oder Rat einholen.
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Quellen
- Finanztip, Juniordepot im Vergleich: Finde das beste Kinderdepot
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